Wie denken Menschen in Russland über Putins Herrschaft und den Krieg gegen die Ukraine? Und wie verändert der Krieg den Alltag einer Gesellschaft, in der Propaganda, Angst und Repression allgegenwärtig sind?

Die norwegische Journalistin und vielfach ausgezeichnete Autorin Åsne Seierstad versucht, Antworten auf diese Fragen zu finden, indem sie selbst nach Russland reist und mit Menschen spricht. Sie begegnet ganz unterschiedlichen Personen: einem ehemaligen Kämpfer der Wagner-Gruppe, Soldaten und ihren Familien, überzeugten Anhängern des Regimes, Mitläufern, aber auch Menschen, die dem Krieg und der politischen Führung kritisch gegenüberstehen.

Ihre Reportage führt von den großen Städten bis nach Sibirien und gibt Einblicke in eine Gesellschaft, die den Krieg auf sehr unterschiedliche Weise erlebt.

Besonders interessant ist dabei Seierstads persönlicher Zugang: Sie versucht nicht, Russland allein aus der Perspektive der politischen Führung zu erklären, sondern lässt Menschen selbst zu Wort kommen. So entsteht ein vielschichtiges Bild eines Landes, das von außen oft schwer zu verstehen ist.

„Der Krieg ist anderswo“ ist eine eindringliche Reportage über Russland im Krieg und zugleich ein Buch über die Frage, wie Menschen unter autoritären Bedingungen denken, leben und handeln. Für alle, die sich mit Russland, der russischen Gesellschaft und dem Krieg gegen die Ukraine beschäftigen, ist das Buch eine sehr lesenswerte und wichtige Lektüre.



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