Autor: Hans Joachim Preuß

In diesem Zeitzeugenbericht spürt der Leser die Atemnot der Nachkriegsjahre, während der Autor seine Jugend in Breslau, Jena und Dresden zwischen NS-Überpersönlichkeit und DDR-Alltag navigiert. Die Schilderungen wechseln zwischen Fluchten, hungernden Tagen und dem dräuenden Druck der SED, der alltägliche Entscheidungen in Gewissensfragen verwandelt. Die Dreigliederung der Dresdner Studienjahre und der Grenzstreifen nach Westen erscheinen als symbolische Linien im lebenslangen Wagnis zwischen zwei Diktaturen. Der Text bewahrt dabei eine nüchterne, fast dokumentarische Distanz, ohne in Pathos zu verfallen, und setzt stattdessen auf anschauliche Detailfülle. Durch persönliche Anekdoten wird deutlich, wie politische Umbrüche individuelle Biografien zerreißen und zugleich formen. Die Chronik operiert als Archiv der Verletzlichkeit: Zeugnisse, die sich weigern, in Vergessenheit zu geraten. Der Autor schildert nicht nur äußere Krisen, sondern auch innere Konflikte, die aus Widersprüchen zwischen Loyalität, Überlebenswillen und moralischer Verantwortung entspringen. So entsteht eine eindringliche Milieuschilderung, die die Leser herausfordert, die Komplexität historischer Übergänge zu begreifen, ohne Vereinfachungen zuzulassen.


Hans Joachim Preuß ist der Ehemann der langjährigen 2. Vorsitzenden der RLV BW und vielen im Verband gut bekannt.

Folgender Link führt zu einem Podcast mit Hans Joachim Preuß im Deutschlandfunk, in dem Preuß über seine Erfahrungen in den beiden Diktaturen und über sein Buch spricht:

https://share.deutschlandradio.de/dlf-audiothek-audio-teilen.html?audio_id=dira_61C5EE883A7511F1786348DF3755BF60